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Three Lines of Defense: Handlungsrahmen für die Risikobeurteilung

Sowohl für die Gestaltung eines effektiven und effizienten Internen Kontrollsystems (IKS) als auch des Risikomanagements ist eine möglichst vollständige und auf die Schlüsselrisiken fokussierte Risikobeurteilung unverzichtbar. Dabei muss die Risikobeurteilung ebenso wie das IKS und das Risikomanagement selbst der Grösse, der Komplexität und dem Risikoprofil der betreffenden Organisation angepasst sein. Im vorliegenden Beitrag wird das Konzept der Three Lines of Defense als ein Modell bzw. Rahmenkonzept zur iterativen Risikobeurteilung eines Unternehmens behandelt, weil es für die praktische Umsetzung von IKS und Risikomanagement von hoher Bedeutung ist.

02.04.2025 Von: Prof. Dr. Thomas Rautenstrauch
Three Lines of Defense

Das Modell «Three Lines of Defense»

Unter dem Begriff Three Lines of Defense werden Eskalationsstufen für die risikobezogenen Massnahmen und Aktivitäten subsumiert, über die eine Organisation die Beherrschung und Kontrolle ihrer Risiken sicherzustellen versucht. Dabei werden regelmässig drei Verteidigungslinien in Bezug zum Ort des Risikoeintritts unterschieden, wobei unterschiedliche Verantwortungsbereiche und Funktionen zugeordnet werden können:

1st Line of Defense

Dieser wird der operative Bereich zugeordnet, der dem Risiko am nächsten ist bzw. wo das Risiko auch unmittelbar eintreten kann. Die folgenden Aktivitäten können in dieser ersten Verteidigungslinie beobachtet werden:

  • Betreiben von funktionierenden internen Kontrollen
  • Durchführen von Risiken- und Kontrollaktivitäten
  • Einführen von Weisungen und Abläufen
  • Festlegung und Einführung von überwachenden Kontrollen durch Vorgesetzte

2nd Line of Defense

Die zweite Verteidigungslinie betrifft vor allem Stabsfunktionen innerhalb der Organisation, die bei der “Verteidigung” des Risikoeintritts Verantwortung übernehmen sowie bei der Risikobeherrschung aktiv mitwirken können bzw. sollten. Wesentliche Aktivitäten dieser Verteidigungslinie umfassen dabei:

  • Ausarbeiten von Weisungen und Richtlinien sowie Definition von Rollen, Verantwortlichkeiten und Zielsetzungen
  • Zurverfügungstellung von Risikomanagement-Rahmenkonzepten
  • Identifikation von neuen und zukünftigen Handlungsfeldern
  • Überwachung und bei Bedarf Anpassung des Risiko-Appetits der Organisation
  • Unterstützung des Managements in der Festlegung von Prozessen und Kontrollen, um Risiken und Aktivitäten zu managen

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